Hier sollte etwas über den Autor stehen:

 

Alter, Geschlecht, Beruf, (glücklich!) verheiratet, Kinderzahl … Und natürlich ein Foto. Denn es soll Leser geben, die eine (innere) Beziehung zum Autor aufbauen müssen, um seine Romane ertragen zu können. Das ist nicht so des Autors Ding. Es ist ihm so, wie das Brot nur beim Bäcker seines Vertrauens zu kaufen. Aber um beiden Seiten gerecht zu werden, hier ein halbes Portrait (doppelt so lang geworden wie manches, das im Internet zu finden ist):

 

Der Autor ist männlichen Geschlechts (ja, er weiß, in der heutigen Zeit ein Grund, sich für den Makel zu entschuldigen) und hat mit dem Schreiben erst nach dem Arbeitsleben begonnen (das Wort ‚Rente‘, wenn es die seine ist, verwendet er ungern. Es macht ihn so alt. Nur ‚Rentner‘ erschreckt ihn noch mehr). Nach dem ersten Roman hatte er viele Verlage angeschrieben, in dem Glauben, das hätte sich herumgesprochen und alle wollten sein Erstlingswerk haben. Nach einem halben Jahr ist ihm die Formel: „Vielen Dank für … Leider müssen wir … passt nicht …“ im Schlaf begegnet. Er hat es dann sein lassen. Beim fünften Roman hat er es noch einmal versucht. Nur mit halber Kraft, dafür mit gleichem Ergebnis. Er hat sich längst damit abgefunden (insgeheim hofft er natürlich, dass sie ihr Desinteresse eines Tages (in nicht allzu ferner Zukunft) sehr bereuen werden). Gelesen hat übrigens kein Verlag einen Roman von ihm. Bestenfalls das Exposé – vielleicht. Der Autor hegt deshalb aber keinen Groll gegen die Verlage. Sie werden heute von „Jungautoren“ wie ihm überschwemmt und müssen es kurz machen. Inzwischen betrachtet er das sogar als Glücksfall, fehlt es den Verlagen doch an Beweisen, seine Reputation als Autor infrage zu stellen!

 

Der Autor hat fast sein ganzes Leben in Heidelberg verbracht, dort Mathematik studiert und an einem Institut naturwissenschaftlicher Richtung gearbeitet. Er war (und ist!) auch nur mit einer (1) Frau verheiratet und das, von heute rückwärts gesehen, prozentual, fast von Geburt an. Bis auf die Weisheit des Alters, die gelegentlich und an unerwarteter Stelle in den Romanen hervorblitzt – dem Zufall geschuldet? –, hat dieses Leben also nichts hervorgebracht, das Stoff für einen Roman, auch nur für einen Absatz, oder auch nur für einen Satz bieten würde. Darum ist alles Geschriebene pure Fantasie, entstanden aus dem Nichts!

 

Dann noch eine Antwort, falls die Frage auftaucht: Warum am Anfang Mathematik studieren und am Ende Romane schreiben? Der Autor ist von Natur aus ein fauler Mensch. Dieses Studium und das Schreiben erlaubten und erlauben es ihm, auf dem Stuhl sitzen zu bleiben. Das Studium mesoamerikanischer Kultstätten und später Nordic Walking – zum Beispiel – eher nicht. Auch im Institut war Sitzfleisch angesagt. Aber sein BMI ist perfekt!

 

So, das wär’s aber zu seiner Privatheit. Worauf er jetzt hofft, sind Leser. Er schreibt allerdings keine Krimis, Liebesromane oder Science-Fiction. Vielmehr stehen (bisher) alte Männer, die im Spätherbst des Lebens noch scheitern und Frauen, die töten, in seinem Fokus. Auch seine Korrektorin ist der Meinung, seine Romane seien irgendwo zwischen den üblichen Genres.

 

Zum Schluss und ganz wichtig:

Auch nach dem Korrektorat fuhrwerkt er manchmal noch in den Texten rum. Nein – eigentlich immer. Denn wenn er seinen Text liest, ganz gleich, zum wievielten Mal, kann er nicht anders, als ihn umgehend zu verbessern. Da können sich wieder Fehler einschleichen. Kein Problem, ihn auf solche hinzuweisen. Im Gegenteil. Das Korrektorat trifft jedenfalls keine Schuld!